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Henties Bay Jagen im Süden Namibias Kayakfahren auf dem Kunene Der Kunene Fluss
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Sternenexplosion im weißen Wasser des Kunene
Judy van der Walt machte eine 10 Tage Expedition durch das abgelegene Namibia, die Stromschnellen ließen sie nach Luft schnappen und die Epupa Wasserfälle machten sie atemlos.

"Abgelegen? was genau bedeuted abgelegen?" Es war wieder der Anwalt. Auf der langen Fahrt Richtung Norden unterhielt er sich selbst indem er nach Gesetzteslücken in dem Willkommensbrief unseres Expeditionspaketes ausschauhielt: "Nach zwei Tagen im Etosha National Park fahren wir zu dem abgelegenen Kunene River im Nordwesten Namibias. 

In der Nacht fielen mir diese Worte wieder ein. Über mir am Himmel breiteten sich die Blätter einer Makalani Palme in der afrikanischen Nacht aus, die Milchstraße in spitze Viertel teilend. Plötzlich erhellt sich der Himmel unter dem Sternenlicht einer gewaltigen Sternschnuppe. Ja, dachte ich mit einer Gänsehaut, das ist Abgelegenheit. Große Sternschnuppen und Meteoritenstaub in der Ferne. Wir sind mehr als 1000 Km nördlich von Windhoek in dem 100 Km² Bereich unseres Camps und nicht mehr als ein paar hundert Menschen.
Es war unsere erste Nacht auf dem Kunene und die 10 blauen Zelte standen auf einer breiten Sandfläche von weißem Sand am Flussufer. Am nächsten Tag paddelten wir von der Onduruso Schlucht ca. 180 Km flussabwärts zum Epupa Wasserfall. Schon von Weitem konnten wir das Rauschen der Schlucht hören, das sich wie das Gefaucheeines wilden Tieres anhörte.

Als wir am Morgen unsere aufblasbaren orangenen zwei-personen "Crocs" in die Schlucht absenkten, hatte sich das Gefauche des Wasserfalls in ein Gebrüll verwandelt.
Das Wasser des Kunene schäumt durch ein enges Nadelöhr, das Onderuso zu einer schwierigen 5 Grad Stromschnelle macht. Mir drehte sich der Magen um.

Al, mein "Croc" Kapitän und Paddelpartner war ruhig. " Schau, wir werden uns auf diesen Strudel dort begeben und dann auf diesen Strudel, der uns einen Stoß flussaufwärts gibt. Danach werden wir so kräftig paddeln wie möglich." Ganz einfach! Als wir uns in die schäumende Stromschnelle stürtzen, spritzende Gischt an der Nase unseres "Crocks" vergesse ich alles was er mir vorher über den Strudel sagte. "Paddel, paddel!" rief Al. Das tat ich dann auch und wir schossen, in einem Kessel aus weißem schäumendem Wasser, perfekt durch die Mitte zweier großer Felsen. Yee-ha!

Am späten Abend floss der Fluss freundlich und sanft durhc sein Bett, wir waren auf einer Strecke mit breitem und gleichmäßigem Wasser. Der gewaltige Kumene trug uns westwärts und die Sonne warf lange goldenene Strahlen auf das sanft plätschernde Wasser. Jenseits der grünen Uferzone der Makalani Palmen, ist die Landschaft trocken und geht in die schwarzen kegelförmigen Granitfelsen der Zebra Mountains über, deren Schwärze nur gelegentlich von grüner Vegetation unterbrochen wird. Ein Goliath Heron hockte auf einer Palme und Wolken von Queleas flogen dicht über der Erdoberflöche am Flussufer entlang, sie wirkten über dem Schilf wie riesige Sprechblasen. Währenddessen schoss ein Fischadler mit einem Schrei steil aus der Luft auf den Fluss hinab. 
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Schließlich tauchte unser Lager für den Abend am Flussufer auf. Unsere Begleiter im Versorgungsauto hatten bereits ein Zeltlager unter einem immensen wilden Feigenbaum für uns aufgeschlagen. Leuchtende weiße Schalen gefüllt mit Biltong und Oliven standen auf den langen mit Tartan-Tischdecken bedeckten Tischen bereit, die Sitzplätze für 20 Personen boten. Es erschien mehr wie in einem Film als auf einem Campingplatz. Gestaltung war nur eine der vielen Talente unserer Begleiter. Sie konnten einem in reißenden Stromschnellen retten, über ein bedrohliches 4x4 Terrain fahren, scheue Otter entdecken und Lammschenkel langsam bis zur Perfektion grillen.

In der Nacht nahm der Flussmann seine Gitarre und sang unter dem Feigenbaum Bob Marley’s “Redemption” für uns. Drei Männer vom Stamm der Himba erschienen plötzlich lautlos, wie aus dem Nichts, im Schein des Feuers. Sie setzten sich wie verzaubert und verließen uns später wieder genauso geheimnisvoll wie sie zuvor an unserem Feuer erschienen sind. Wir sind im Herzen des Himbalandes. Als wir mit unseren "Crocs" den Fluss hinunter trieben, rannten kleine Kinder der Himba an Ufer um uns freudig zu winken. Oft sahen wir Männer auf den Spitzen der im Wind schwingenden Palmen um den Saft für den starken Palmwein zu holen. Himbafrauen mit Wassereimern in den Händen oder Babies auf dem Arm bleiben stehen und setzten ihre Eimer ab um das Spektakel der orangenen gummi Flecken im Fluss zu beobachten, deren Insassen seltsam in Schichten von Kleidern bedeckt sind. Die Körper der Himbafrauen, eingerieben mit Ocker und Fett, glänzen in der Sonne.

Wir verbrachten fünf Tage auf dem Fluss, Stromschnellen hinunter jagend, den Mond beobachtend, durch das Pfeifen der Rufoustailed Palm Drossel erwachend, picknickend am Mittag und badend im seidigen Wasser des Flusses in der Abenddämmerung.

Als wir schließlich am Epupa Wasserfall ankamen, weht uns ein tiefe Brüllen über das Wasser entgegen. Über  eine Strecke von 3 Km wird der Kunene zu einem blendend weißen Wasserfall der sich stufenförmig und schäumend über eine Vielzahl von Rissen der ausgedörrten Erde ergießt. Am Ufer stehen vereinzelt riesige Baobab Bäume, die sich mit knorrigen Wurzeln auf den verbrannten orangefarbenen Felsen festhalten.  Von der Szene so berührt, flossen einer Teilnehmerin unserer Gruppe Tränen über das Gesicht. Wir "parkten" unsere "Crocks" das letzte Mal und zelteten am Rande des kolossalen Wasserfalls.

Und jetzt, so unwahrscheinlich es auch erscheint, soll der Epupa Wasserfall verschwinden. Nicht aufgrund eines natürlichen Phänomens, sondern aufgrund von Plänen einen Damm zu konstruieren, der dazu führen würde eine eine Fläche größer als Johannesburg zu überfluten. Diese Fläche umfasst den Epupa Wasserfall, 200 historische Himbagrabstätten und ein großes Stück Himbaweiden. Trotz vieler Wiedersprüche von Seiten verschiedener Umweltorganisationen und Anti-Damm Gruppen sowie internationalen Stimmen die die Interessen der Himba unterstützen hat die namibische Regierung es verweigert die Pläne für dieses Projekt zurückzustellen. Sie behaupten es wäre zu kostenaufwändig 80% der Elektrizität in der Trockenzeit zu importieren. Momentan ist das Projekt verschoben worden, da Namibia und Angola, die Parteien dieses Projekts, sich nicht auf das Lage des Dammes einigen können. 
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In dieser letzten Nacht beobachte ich den Vollmond über dem Epupa Wasserfall. Es gibt so viele Plätze in der Welt deren Schönheit nicht bewahrt wurde. Als ich jedoch den Wasserfall im silbernen Schein des Mondlichtes bestaunte, war ich überzeugt, dass Epupa eine geheimnisvoll Kraft besitzt die es vor Überflutung und Zerstörung retten wird.

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